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Border-Collie

Meine Schafe

Angefangen hat alles 1996 mit 3 Milchschafen, die jemand ein paar Orte weiter abgeben mußte, da er umzog und keine Möglichkeit hatte, weiterhin seine Schafe zu halten. Also suchte er einen Platz für sie, wo sie alt werden dürften und nicht geschlachtet werden sollten. Gesagt, getan, die 3 erhielten bei uns ihren Platz fürs Gnadenbrot und einen Namen, die da waren “Adele”, “Agathe” und “die Alte”.
Die 3 machten uns wirklich freude! Wer weiß, wie anhänglich Milchschafe sein können, weiß wovon ich rede. Adele machte sogar “Männchen”, um ein Stück Brot oder Mohrrübe zu ergattern. Sogar die Wurmkur-Tablette fraß sie einem direkt aus der Hand...
Bald schon holten wir uns 5 graue Heidschnucken Mutterlämmer sowie einen grauen Schnuckenbock dazu, da wir feststellten, dass eine etwas robustere Rasse vielleicht ein wenig unkomplizierter zu halten sein würde. Daraus entstanden auch einige Mischlingslämmer zusammen mit den Milchschafen, mit denen wir aber leider wenig Glück hatten. Sie waren sehr krankheitsanfällig, so dass keines davon bei uns überlebte.
Anhand der wachsenden Herdengröße und dem Spaß an der eigenen Nachzucht, gestand auch ich mir bald ein, dass eine Schafhaltung und -zucht ohne Schlachtung der eigenen Tiere ein heilloses Unterfangen war! Schon im 2. Jahr der Schafhalutng gingen die ersten eigenen Lämmer zum Metzger und danach zum Eigenverzehr...
Heute betrachte ich die ganze Sache sowieso ein wenig nüchterner: Ich bin kein Vegetarier und werde es vermutlich auch nie sein. Hieraus kann nur der logische Schluß folgen, dass wenn ich Fleisch esse, es rein gar keinen Unterschied macht, ob ich meine eigenen Tiere oder die eines anderen esse! Bei meinem selbst hergestellten Fleisch weiß ich aber wenigstens ganz sicher, was drin ist (oder besser gesagt nicht drinnen ist...!) und wie die Tiere gelebt haben! So weiß ich zum Beispiel, dass es meinen Lämmern Zeit ihres Lebens gut ging, keine prophylaktischen Medikamentengaben erhalten haben, nicht Soja oder sontigem gemästet wurden, nur damit sie so schnell wie möglich so viel wie möglich an den Schlachthaken bringen. Ich weiß außerdem auch, daß sie ordentlich geschlachtet wurden und nicht aus Kostengründen erst durch halb Europa gekarrt und unnötigen Strapazen ausgesetzt wurden, um am Ende als Billigfleisch in den Supermarkt-Selbstbedienungs-Regalen für einen Spottpreis zu liegen!
So entwickelte sich über die Jahre zuerst eine kleine Schnuckenzucht mit weißen und grauen gehörnten Heidschnucken. Dies blieb so, bis ich eher durch Zufall günstig an die ersten beiden Blackface-Muttern nur wenige Orte von mir entfernt kam. Diese Rasse hatte mir schon immer sehr gut gefallen und nachdem ich ihre Vorzüge direkt erleben durfte stand fest, dass es davon mehr werden sollten. Diese Schafe sind in meinen Augen noch ein ganzes Stück robuster als die Schnucken, werden gleichzeitig aber schwerer und bringen somit i.d.R. auch mehr Schlachtgewicht bei gleichem Arbeitseinsatz.
Auch die Muttereigenschaften der Blackfaces sind ausgesprochen gut ausgeprägt! Eine Zwillingsgeburt und -aufzucht ist nicht selten und wird mühelos von diesen Schafen gemeistert. In aller Regel bringen diese Schafe alleine und ohne Komplikationen ihre Lämmer auf die Welt. Die Geburten können völlig ohne Problem im Freien statt finden, wo diese Schafe sowieso das ganze Jahr gut und vor allem auch gerne verbringen! Sie sind zu Anfang extrem wachsam und angriffslustig, sollte sich ein Feind Ihrem Nachwuchs nähern. Dies macht die Arbeit mit der Herde und den Hunden im Frühjahr oftmals zu einem Nerven- und Geduldsspiel, bei dem viel Vorsicht vor allem durch den Hund gefragt ist. Dennoch hat es bisher im Frühjahr zur Lammzeit schon jeden meiner Hunde früher oder später immer mal wieder einen Zahn gekostet... Auf der anderen Seite bin ich mir jedoch auf Grund dieses Verhaltens auch sehr sicher, dass ein Fuchs oder anderer Räuber es auch nicht wirklich leicht haben dürfte, bei einem evtl. Versuch, sich an einem meiner Lämmer zu vergreifen! Nach den ersten paar mal Umtreiben und dem schnellen Heranwachsen der Nachzucht legt sich aber auch dieses Verhalten der Mutterschafe recht schnell wieder. Nachdem diese etwas anstrengenderen Wochen des Jahres vorbei sind, sind die Blackface-Schafe eher scheue und zurückhaltende Vertreter. Blackface verhalten sich trotz jahrelangem Kontakt und gelegentlicher Fütterung mit Leckerbissen wie z.B. getrocknetem Brot und Äpfeln eher wildähnlich und bleiben auch nach Jahren scheu und teilweise unberechenbar..

Mittlerweile bin ich mit meiner Schafzucht komplett auf Blackies umgestiegen mit lediglich ein paar über gebliebenen Schnucken-Blackface-Mischlingen dazwischen (die im Übrigen aber auch ausgesprochen schöne und nette Schafe darstellen). Und da ich sowieso nicht vorhabe im Herdbuch zu züchten, macht auch ein bißchen fremdes Blut nichts... Nachdem ich auf Grund von persönlichen Umständen meinen Bestand sehr stark reduzieren mußte, habe ich im Jahr 2011 nun wieder knapp über 40 Tiere inklusive der Nachzucht!


Hier nun ein wenig mehr über die Rasse Scottish Blackface:
 

Das Scottish Blackface Schaf

Rassebeschreibung:

Das scottish Blackface gehört zu den Hochgebirgsschafrassen (hill breeds) Englands und Schottlands. Die Hauptverbreitungsgebiete sind Schottland, Nordengland, Nordirland, aber auch die USA, Italien und Argentinien. Auch in Deutschland gewinnt es immer mehr an Popularität und Liebhaber. Mittlerweile gibt es sogar einige Herdbuchzüchter in der BRD.

Das scottish Blackface zählt zu den Robustschafrassen, die unanfällig für Krankheiten sind und außerdem sehr genügsam. Daher sind sie bestens geeignet einer Verbuschung von Weiden vorzubeugen und haben keine Schwierigkeiten, das ganze Jahr im Freien zu verbringen und dort sogar ihre Lämmer zu gebären.

Diese Art Schafe wird außerdem als Landschaf bezeichnet, welche im Gegensatz zu den Fleischschafen ein geringeres Körpergewicht aufweisen und überwiegend der Landschaftspflege und Wollgewinnung dienen.

Das scottish Blackface ist ein mittelgroßes, mischwolliges Schaf mit ramsförmigem, breitem, schwarz-weiß geflecktem Kopf. Auch die Beine tragen schwarz-weiße Abzeichen. Die Klauen sind schwarz und fest und daher sehr unanfällig für Krankheiten wie z.B. die Moderhinke. Beide Geschlechter sind gehörnt, wobei Muttertiere sichelförmige Hörner tragen, bei den Böcken entwickelt sich das Gehörn mit zunehmendem Alter schneckenförmig.

      Schafe im Winter                                                     Blackface-Mutter mit säugendem Lamm

            

Die grobe, rein weiße Wolle ist langabwachsend (200 – 300 mm) und ist im Stapel mit festem, dichtem Unterhaar und langem Deckhaar strukturiert. Die Wolle ist sehr grob, zum Teil über 40 Mikron. Sie entspricht in etwa der deutschen Heidschnuckenwolle. Blackfacewolle wird vorwiegend für hochwertige Teppiche verwendet, einige Aussortierungen ergeben aber auch hochwertige Tweeds, von denen Harris und Donegal ausgezeichnete Beispiele sind. Ein Drittel der britischen Wollexporte besteht aus Blackfacewolle, die vorwiegend nach Italien exportiert wird, wo sie für Matratzen verwendet wird.
 

Zuchtziel:

Züchtung eines ausgesprochen widerstandsfähigen, harten Schafes, das auch auf kargen und feuchten Standorten zur Fleisch- und Wollerzeugung geeignet ist.
 

Leistungsangaben:

 

Körpergewicht

Vliesgewicht

Ablammergebnis

Böcke

70 – 80 kg

3,0 – 3,5 kg

 

Mutterschafe

50 – 55 kg

2,0 – 2,5 kg

100 – 150 %


Quellen: z.T. VDL, z.T. Internet, und eigene Textpassagen

           

              Blackface-Zwillingspärchen beim Spielen an der Heuraufe




              Mutterschaf mit frisch geborenem Drillings-Pärchen

                 

Wer mehr über diese Rasse erfahren möchte, kann auch auf folgender Homepage vorbei schauen:
www.scottish-blackface.de
Dort gibt es auch eine Züchterliste eben dieser Rasse...

Wir verarbeiten Meine Schafe zu eigenen Produkten: Fleisch, Felle, Wollprodukte. Mehr Informationen findet ihr unter Produkte !

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